Francke-Musical

Private Initiative i.A. der Franckeschen Stiftungen

Mit einem Musical zu August Hermann Francke an einen großen Sozial- und Kirchenreformer erinnern. Sein Entwurf eines neuzeitlichen Protestantismus findet derzeit weltweit Verbreitung und bietet Impulse für eine Erneuerung von Glaube und Kirche jetzt.
230 € von 5.000 €
32 Tage
10 Unterstützer
4 Prozent

Über das Projekt

Unter Trägerschaft der Franckeschen Stiftungen und fachlich begleitet durch C. Rymatzki produziert S. Fietz im Musikverlag Abakus ein Musical zu A.H. Francke als CD mit Text- und Notenmaterial. 2021 hat der Frankfurter Autor H. Wegner-Nord die Texte verfasst und S. Fietz die Melodien komponiert. Derzeit werden musikalische Arrangements erstellt und hiermit sollen nun die Studioaufnahmen finanziert werden .

Finanzierungszeitraum:
03.05.2022 - 18.06.2022
Realisierungszeitraum:
August-September 2022
Worum geht es in diesem Projekt?

August Hermann Francke (1663-1727), Pfarrer und Theologieprofessor in Halle/Saale, ist einer der zentralen Persönlichkeiten der größten protestantischen Reformbewegung, des Pietismus im 17. und 18. Jahrhundert. Er wirkte zunächst als Sozialreformer auf dem Gebiet der Bildung, indem er vor den Toren Halles eine Schulstadt für über 2.000 Schülerinnen und Schüler erstmals aus bürgerschaftlichem Engagement heraus mit Spenden und selbsterschlossenen Finanzmitteln errichtete. Die Franckeschen Stiftungen sind bis heute ein "Bildungskosmos" vielfältiger Einrichtungen, der sich nun wiederholt für die Aufnahme in die Liste des Weltkultur-erbes der UNESCO bewirbt. Mit Waisenhaus, Jungen- und Mädchenschulen, dem Pädagogium für adlige Kinder, einem Internat für englische Zöglinge, dem ersten Kinderkrankenhaus und dem ersten Lehrerbildungsseminar entstand eine ausdifferenzierte Bildungslandschaft, die neue pädagogische Ansätze wie den Realienunterricht und handwerkliche Ausbildung auch für Adlige aufgriff.
Francke gründete 1710 die erste Bibelanstalt der Welt, die mit ihren äußerst kostengünstigen Exemplaren Luthers Anliegen endlich in die Tat umsetzte, die Lutherbibel in die Haushalte zu bringen. 1706 gründete er als erster Protestant eine Missionseinrichtung in Indien. Kurz vor seinem Tod unterstützte er das Anliegen eines Schülers, eine weitere Missionsanstalt zu gründen, die erstmals allein aus Spendengeldern eines Freundeskreises finanziert wurde. Mit seinen Reformen gab Francke dem evangelischen Glauben und der protestantischen Theologie Antwort auf die entstandenen Fragen der beginnenden Neuzeit wie Individualisierung, Subjektivierung, Globalisierung, Medialisierung, aktive Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens durch bürgerschaftliches Engagement, Neuordnung des Sozialwesens durch Subsidiarität und spendenfinanziertes Unternehmertum in der Kirche.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

1. möchte das Projekt Lokal- und Kulturgeschichte in der Region und weit darüber hinaus bekannt machen. Hinter der Entscheidung der Deutschen Kultusministerkonferenz 2015, die Franckeschen Stiftungen zum UNESCO-Weltkulturerbe zu nominieren, steckt die Tatsache, dass die kirchl. Reformbewegung des Pietismus hier zu Beginn der Neuzeit völlig neue Wege beschritten hat, die bis heute unsere Kultur prägen (einzigartige Schulstadt mit zahlreichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, erstes protestantisches Missionsunternehmen in Ostindien sowie unter Juden und Muslimen, erste Bibelanstalt der Welt, erstes Kinderkrankenhaus, Anfänge der Anstaltsdiakonie, Erschließung eigenständiger Finanzquellen für wohltätige Einrichtungen: Freundeskreis, Apotheke, Buchdruckerei und Verlag). Die hier vollzogenen grundlegenden Sozial-, Bildungs- und Gesellschaftsreformen dokumentieren den Aufbruch in die moderne, bürgerliche Gesellschaft, wo Bildungs- und Sozialarbeit nicht nur der Regierung und dem Adel überlassen wurde, sondern vom Bürgertum selbst initiiert wurde. Die starke Vernetzung der damaligen Anstalten in ganz Deutschland, England, Russland, Osteuropa, den USA, Dänemark und Ostindien führt Forscher aus all diesen Ländern regelmäßig zu internationalen Kongressen nach Halle und ist bundesweit von touristischem Interesse.
2. soll das Projekt kirchen- und religionsgeschichtlich eine Form des frühneuzeitlichen Protestantismus wieder neu ins Gespräch bringen, die im 18. Jahrhundert bestimmend war und weltweit bis heute immer wieder für kirchliche Erneuerung und Reformen sorgt. Von gegenwärtiger Bedeutung ist vor allem die Verklammerung von ureigener christlicher Spiritualität mit dem Anliegen der Gestaltung und Veränderung von vielen Teilen der ganzen Gesellschaft. Eine Symbiose, die sich gegenwärtig alternativ in einer politisch-gesellschaftlichen oder einer innerkirchlich religiösen Form von Glauben ausdifferenziert hat und somit auseinandergefallen ist.
3. sollen mit der Form des Musicals mit allen dazugehörigen Materialien (CD, Playback-CD, Notenmaterial, Texthefte ...) Aufführungsformate geschaffen werden, die in Eigenverantwortung realisiert werden können, z.B. in Schulen, Kirchengemeinden und -tagen, Städten und Kommunen mit Bezug zu Francke (Halle, Leipzig, Erfurt, Gotha, Lübeck, Lüneburg, Berlin, Dresden, Frankfurt, Stuttgart und Württemberg, Siegerland, Vogtland, Erzgebirge ...).

Warum sollten Sie dieses Projekt unterstützen?

1. Um das Leben und Wirken Franckes lokal- und kulturgeschichtlich allgemeinverständlich ins Gespräch zu bringen.
2. Um eine Diskussion über ganzheitliche Erneuerung in Kirchen und Freikirchen anzuregen, wo die Entdeckung der Wurzeln und Kraftquellen geistlichen Lebens genauso im Fokus stehen wie die Bereitschaft, soziale und gesellschaftliche Verantwortung in Kirche und Staat zu übernehmen.
3. Um Fragen von kirchlicher Erneuerung allgemeinverständlich mit Popmusik in die Öffentlichkeit zu tragen und einen Prozess des Nachdenkens über die Zukunft von Kirchen und Gemeinden anzuregen.
4. Um hochwertige Studioaufnahmen für das Musikprojekt zu ermöglichen.
5. Um Teil einer Gemeinschaft zu sein, die eine Erneuerung von Kirche und Gesellschaft anstrebt und denen das Musical eine gemeinsame Sprache verleiht.

Was geschieht mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

2021 wurden bereits die Lied- und Musicaltexte verfasst und es erfolgte die Komposition der 16 Lieder, zu denen derzeit die Arrangements erstellt werden. Wenn die angestrebte Summe zustande kommt, können dafür ab Frühsommer die Hälfte der Studioaufnahmen für die CD und Lieddateien in den Studios von Abakus-Musik - Greifenstein finanziert werden.
Sollten mehr Spenden zustande kommen, werden davon die restlichen Studiokosten beglichen.

Wer steht hinter dem Projekt?
Private Initiative i.A. der Franckeschen Stiftungen

1. Projektträger sind die Franckeschen Stiftungen als Stiftung des öffentl. Rechts des Landes Sachsen-Anhalt (Franckeplatz 1, Haus 37; 06110 Halle/Saale; www.francke-halle.de). Als moderne Bildungseinrichtung mit Schulen, Kindertagesstätten, Tagungszentrum, Fakultäten der Martin-Luther-Universität und vielen weiteren Einrichtungen steht sie in Kontinuität zur Schulstadt, die August Hermann Francke gegründet hatte.
Vertreten wird der Projektträger durch seinen Direktor Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke.
2. Autorisiert durch den Träger koordiniert das Projekt Pfarrer Dr. Christoph Rymatzki aus Jena als private Initiative. Durch zehn Jahre Studium in und Forschung über die Geschichte der Franckeschen Stiftungen in Halle/Saale reifte der Gedanke zu dem Projekt. In einer Monographie (2004) und zahlreichen Aufsätzen von 1994 bis 2022 publiziert er zur Geschichte der Franckeschen Stiftungen und des Pietismus. Seit 2011 ist er Mitglied der bundesweiten Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus, seit 2018 Mitglied im Geschäftsführenden und Planenden Ausschuss dieser Kommission. Durch zahlreiches Einüben und Aufführen von Fietz-Musicals seit 2002 sowie als Veranstalter von diversen Konzerten mit ihm 2009-2019 in unterschiedlichen Kirchen sowie im Planetarium Jena entstand eine enge Zusammenarbeit mit dem Künstler.
3. Siegfried Fietz als Musiker und Musikproduzent im hessischen Greifenstein (www.abakusmusik.de) hat das Neue Geistliche Lied im deutschsprachigen Raum der Kirchen maßgeblich beeinflusst. Seit 1974 erschienen in seiner Musikproduktionsfirma und dem Verlag ABAKUS Musik Barbara Fietz über 320 Produktionen, die meisten von ihm selbst, darunter zahlreiche Musicals und aufwändige Pop-Oratorien. Bekannt durch innovative Musikprojekte in Zusammenarbeit mit anderen Musikern und Projektpartnern in Deutschland, den USA und Großbritannien. Mit seinen Musicals und Liedern ist er in Kirchen, Schulen, auf Kirchen- und Katholikentage, bei Sternsinger- und World-Vision-Projekten präsent. Nach mehreren Alben zu Dietrich Bonhoeffer (u.a. das 2021 zum beliebtesten Gesangbuchlied gekührte "Von guten Mächten") widmete er sich in den letzten Jahren wieder verstärkt Projekten zu kirchengeschichtlichen Themen, z.B. Wilhelm von Oranien (2004), Graf Wilhelm Moritz von Solms-Greifenstein (2011), Martin Luther (2012), Franziskus (2016), Martin Niemöller (2018).
4. Die Lied- und Musicaltexte wurden von Helwig Wegner-Nord aus Frankfurt/M erstellt. Der ehemalige Pfarrer und Leiter des Medienhauses der Ev. Kirche von Hessen und Nassau in Frankfurt/Main ist als Autor und Sprecher des „Wortes zum Sonntag“ in der ARD bekannt, als Buchautor tätig und ebenso als Textautor für verschiedene Musikprojekte von Siegfried Fietz (Martin Niemöller u.a.).

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Impressum / Kontakt

Private Initiative i.A. der Franckeschen Stiftungen
Christoph Rymatzki
Hügelstrasse, 6a
07749 Jena
Deutschland

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