Wer in sein Heimatdorf nach längerer Zeit wieder zurückkehrt,
sieht in der Regel schon von weitem, gleich aus welcher Richtung er
kommt, den Kirchturm mit dem Kreuz als Zeichen der Geborgenheit und
einer vertrauten Tradition. Dieser Anblick soll in Weigendorf für
die nächsten Jahrzehnte wieder erhalten bleiben und verschönert
werden.
Die Filialkirche St. Leonhard bildet seit Jahrhunderten das Zentrum
des kleinen Dorfes. Dem Schutz des hl. Leonhard empfahl man das
Vieh, besonders die wertvollen Pferde, die in früherer Zeit eine
wichtige Kraftquelle auf dem Bauernhof waren. Die Beliebtheit des
hl. Leonhard ist auch daran zu messen, dass er im 19. Jahrhundert
sogar als „Bauernherrgott“ bezeichnet wurde. Bereits aus dem
Jahr 1631 gibt es schriftliche Nachweise, dass zum Patrozinium am
6. November Pferderennen durchgeführt wurden. Diese Tradition
blieb in Weigendorf über die Jahrhunderte bestehen und erst durch
die fortschreitende Mechanisierung in der Landwirtschaft nach dem
zweiten Weltkrieg ging das Interesse an den Pferden und damit auch
an den Traditionen zum Fest des hl. Leonhard stark zurück. In
Weigendorf blieb die nachmittägliche Andacht mit anschließender
Prozession, Umritt und Segnung der Pferde jedoch – anders als in
vielen anderen Orten - erhalten. Seit den 70er Jahren übernimmt
der Obst- und Gartenbauverein Weigendorf die Organisation dieser
Veranstaltung und stiftete zum 100-jährigen Jubiläum des OGV
Weigendorf im Jahr 1999 eine Leonhards-Statue aus Bronze-Guss für
den Kirchenvorplatz, gestaltet von der Dingolfinger Künstlerin
Jutta Wimmer.
Dieses Traditionsbewusstsein und der feste Zusammenhalt sind fest
in der Weigendorfer Bevölkerung verankert und wird auch von der
jungen Generation weitergetragen. Bestes Beispiel dafür ist der
IBV Weigendorf, ein Kulturverein der seit seiner Gründung einmal
jährlich ein inzwischen überregional bekanntes OPEN-AIR-Festival
mit großem ehrenamtlichen Engagement durchführt – und das seit
beinahe fünfzig Jahren. Die Freiwillige Feuerwehr Weigendorf ist
der dritte Ortsverein, des ca. 220 Einwohner zählenden Dorfes. Sie
feiert im nächsten Jahr ihr 150. Gründungsfest. Auch dies wieder
ein Beweis des großen Zusammenhalts der Bürgerschaft.