BüchnerFindetStatt, der Verein, der das BüchnerHaus (Museum im
Geburtshaus Georg Büchners) in Riedstadt-Goddelau und das
professionelle Theater BüchnerBühne in Riedstadt-Leeheim
betreibt, hat sich vorgenommen, an Amelung zu erinnern und sein
Grab angemessen zu gestalten.
Amelungs Engagement für die Verbesserung der Lage der
Hospitalinsassen war außerordentlich. Unter seiner Leitung wurde
aus der gefängnisähnlichen „Verwahrung“ der Patienten die
Unterbringung von Erkrankten. Damit wurde das Hospital ein Vorbild
im Umgang mit psychischer Erkrankung. Es ist kein Zufall, dass er
den Fall des Mörders Woyzeck und seine Gerichtsverhandlung in
Leipzig beobachtet und in seinen Veröffentlichungen erwähnt. Hier
wurde die Frage der Zurechnungsfähigkeit gestellt, die später,
vielleicht von ihm angeregt, Georg Büchner in den Mittelpunkt
seines Dramas stellt. Büchners Lebensfrage – „Was ist das, das
in uns lügt, mordet, stiehlt?“ - hat ganz bestimmt auch Franz
Amelung umgetrieben.
Amelung wurde im Patientengespräch von einem Patienten
erstochen und auf dem Friedhof des Hospitals bestattet. Erst 1873
wurde ein „von der Anstalt gestifteter Gedenkstein“ auf sein
Grab gelegt. Wahrscheinlich liegt in unmittelbarer Nähe auch Georg
Büchners Großvater Reuß, der als Verwalter des Hospitals 1816
starb. Dessen Grabstein ist leider verloren. Durch den Lokal- und
Büchnerforscher Hans Deuster wurde Amelungs Grab aufgefunden und
hergerichtet. Mittlerweile ist der Stein stark verwittert und nicht
mehr lesbar. Aufgrund der Bedeutung Amelungs für das Hospital, die
Psychiatrie in Deutschland und Georg Büchners Werk muss das Grab
unbedingt wieder hergerichtet, erhalten und entsprechend gewürdigt
werden.