Die STRABAG-Halle ist ein Ort der Geschichte. Kein Schloss mit
repräsentativen Räumen, kein Regierungssitz, in dem bedeutende
Verträge unterzeichnet wurden, keine Kirche mit filigranen
Kunstdenkmälern: Die STRABAG-Halle ist ein Ort des Alltags, ein
Ort von Maschinen und Arbeitern, allgegenwärtigem Staub und
ohrenbetäubendem Lärm; ein Ort, an dem mächtige Konstruktionen
entstanden, wo Löwen und Tiger überwinterten, wo Menschen ihren
Lebensunterhalt verdienten, arbeiteten, streikten, den Ideologien
des Dritten Reiches zujubelten und ihren Weg zwischen den Kräften
des Schicksals suchten. Viele brachten mehr als ihr halbes Leben in
der Halle zu, manche Familien waren über Generationen mit der
Halle verbunden.
Das STRABAG-Gebäude war Montagebetrieb, Propaganda-Aufmarschhalle,
Zirkus-Quartier und moderner Industrie-Standort. Die Theater- und
Tanzproduktion „Geschichten einer Halle“ will nun ein letztes
Mal den Ort zugänglich machen. Die Schauspieler, Tänzer und
Musiker um Regisseurin Barbara Kiwitt und die Choreografinnen
Katrin Krüger und Leela Schlund geben den verlassenen Mauern und
Einbauten eine Sprache.