Wer einmal hinter die Kulissen des Ritterspiel-Theaters geschaut
hat, also „backstage“ war, der wird fasziniert feststellen, wie
gut das Alte heute noch funktioniert. Während vorne auf der Bühne
gekämpft, intrigiert oder gefeiert wird, wird im Hintergrund schon
der nächste Szenenwechsel vorbereitet. Wobei sich die alte Technik
als ein organisatorisches Meisterwerk entpuppt: Mit einfachen
Griffen werden die 3,50 Meter hohen und eineinhalb Meter breiten
Drehkulissenpaare mit unterschiedlichen, zur entsprechenden Szene
passenden Motiven behängt. Faustdicke, hölzerne Umlenkrollen,
Winden und rund 300 Meter Seile sorgen dafür, dass die bis zu
sieben Meter breiten, unter der Decke hängenden Vorhänge auf- und
zugezogen werden können. Die bis zu 50 Kilogramm schweren
Leinenvorhänge sind nicht einfach zu renovieren und müssen
deshalb zuweilen erneuert werden. Ein besonders hoher Kostenfaktor,
nicht nur wegen des Materialbedarfs, sondern weil dahinter jede
Menge künstlerischer Arbeit steckt. Ohne diese Vorhänge, die den
Zuschauer auch thematisch einstimmen und ihn dann im Programm
weiterführen, sind die Ritterspiele in ihrer bisherigen
traditionellen Form nicht denkbar.