Ausstellungen sind arbeitsaufwendig und kostspielig. Trotz
vielfältiger ehrenamtlicher Unterstützung im Museumsalltag
stellen Kunsttransport, Versicherung und Werbung
Ausstellungsmacher*innen vor finanzielle Herausforderungen, vor
allem wenn ein Katalog die Ausstellung begleiten soll.
Viele, vor allem kleine Museen müssen Buchveröffentlichungen
drastisch reduzieren oder ganz darauf verzichten. Kataloge sind
jedoch ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Gedächtnis. Sie
zeigen noch einmal die Kunstwerke, informieren über die
Künstler*innen, dokumentieren deren kunsthistorische Bedeutung
ebenso wie das zeitgenössische Interesse.
Weibliches Kunstschaffen wurde über Jahrhunderte eingeschränkt,
unterdrückt, nicht wahrgenommen. Künstler*innen sind in der
Kunstgeschichte bis ins 20. Jahrhundert hinein nur Randfiguren.
Paula Modersohn-Becker gehörte zu jenen, die sich mit ihrem
unbändigen Willen zur Kunst dagegen auflehnten. Ruth Tesmar
wiederum zählt zu denen, die diese Künstler*innen als Leitbild
für sich entdecken und sich in ihrer Arbeit und an ihrem
Wirkungsort dafür stark machen, weibliches Kunstschaffen nicht als
Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit anzuerkennen.
Das Strieffler Haus der Künste bietet in seinen Räumen kleine,
aber feine Ausstellungen an. Wir gehören zu jenen Häusern, die
Ausstellungen nur in Ausnahmefällen mit einem Katalog würdigen
können. Trotzdem wollen wir besondere Ausstellungen weiterhin mit
einem Katalog über den Ausstellungszeitraum hinaus dokumentieren.
2022 ist dies ein Projekt zum künstlerischen Schaffen von Frauen,
das uns besonders am Herzen liegt, und wie wir hoffen – auch
Ihnen.