In der ersten Denkmalinventarisation Westfalens im Jahr 1822
wird die Toranlage - unser Hirschberger Tor - von keinem geringeren
als Karl Friedrich Schinkel bereits wie folgt beschrieben:
"Wenn auch nicht als Denkmahl der Vorzeit bleiben doch
einige Gegenstände als Meisterwerke der Kunst oder als Momente des
Andenkens an große Begebenheiten oder allgemein geschätzte
Personen der Beachtung und Sorge für ihre Erhaltung vorzüglich
werth. Unter den Ersteren gehört die Bildhauerei auf dem Hofthore
des ehemaligen Jagdschloßes zu Hirschberg, zwey, jedoch schon sehr
beschädigte Gruppen der hohen Jagd vorstellend, welche als
vorzüglich gelungene Werke des Meißels wohl eine Erhaltung
verdienen.“ (Schreiner, Ludwig; Karl Friedrich Schinkel und
die erste westfälische Denkmalinventarisation. Ein Beitrag zur
Geschichte der Denkmalpflege; Münster 1968; S. 35)
Seit 1826 ersetzt das Hirschberger Tor den vormaligen
Pförtnerflügel des 1803 aufgegebenen Klosters Wedinghausen. Das
Tor besteht heute aus zwei Durchgängen und einer Durchfahrt. Alle
drei sind mit schmiedeeisernen Torflügeln ausgestattet. Die
Sandsteinpfeiler sind bekrönt von zwei Tiergruppen, die eine
Parforcejagd darstellen. Geschaffen wurden die beiden
Figurengruppen von dem Bildhauer Johann Christoph Manskirsch.
Manskirsch entstammte einer bekannten Künstlerfamilie, die
insbesondere für die rheinischen Kurfürsten arbeitete. Durch
seine Bekanntschaft mit Johann Conrad Schlaun kam Manskirsch an den
Hof des Kölner Kurfürsten in Bonn. Als Hofbildhauer von Clemens
August I. war er im Rheinland und in Westfalen tätig. Bekannte
Arbeiten von ihm sind u.a. die Ausstattung des Schlosses
Clemenswerth, Arbeiten im Erbdrostenhof, im Haus Rüschhaus, im Dom
zu Münster, in der Abtei Iburg und eben die Jagdszenen des
Hirschberger Tores.
Der Zahn der Zeit nagt an unserem Wahrzeichen der Region. Lasst
uns gemeinsam handeln.