Die Corona-Krise stellt viele Familien und Partnerschaften vor
große Herausforderungen und in dieser schwierigen Situation steigt
auch das Risiko für eine Zunahme häuslicher Gewalt.
Einschränkungen im Alltag und ungewohnte Tagesabläufe sowie
Unsicherheit sorgen für Anspannung. Auch Zukunftsängste und
finanzielle Sorgen verstärken den Stress. So kann es häufiger zu
Streit, Aggressionen oder Gewaltausbrüchen kommen. Gleichzeitig
sind die Möglichkeiten, sich Hilfe im Familien- oder Freundeskreis
oder bei einer Beratungsstelle zu suchen, durch
Kontaktbeschränkung oder Quarantäne eingeschränkt.
Frauen, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erleben, stehen
durch die Corona-Pandemie oft so sehr in Bedrängnis, dass sie
nicht mal mehr eine Gelegenheit finden, zum Telefonhörer zu
greifen. Der Partner, der sie bedroht, beleidigt, schlägt, würgt
und schubst ist jetzt ständig daheim im Home-Office, in Kurzarbeit
oder auch arbeitslos. Die Kinder, die sie schützen muss, können
nicht mal mehr auf den Spielplatz, alle Frühwarnsysteme und
Schutzorte außerhalb wie Schulen, Kitas oder Sportvereine fallen
weg. So verschärft die Corona-Krise die Situation für Frauen in
Not besonders und die Hilfsangebote im Bereich der Frauen- und
Kinderschutzwohnung und der Beratung bei Häuslicher Gewalt sind
momentan wichtiger denn je.