Viele der geflüchteten Kids, mit denen wir arbeiten, denken,
dass der Rhein das Meer sei. Ein echtes Meer kennen sie wenn nur
aus Erzählungen: von der Flucht ihrer Eltern, von Booten, von
Angst, von Menschen, die unterwegs verloren gingen. Das Meer ist
für sie kein Urlaubsort, sondern ein Ort der Bedrohung, mit dem
Schmerz und Verlust verbunden sind. Einige der Kinder, die
mitfahren, haben das Mittelmeer sogar selbst überquert und tragen
diese traumatische Erfahrung mit sich.
Genau hier setzt unsere Ferienfreizeit an: Im Herbst fahren wir
als FAIR.STÄRKEN e.V. gemeinsam mit einer unserer Gruppenangebote
für geflüchteter Kinder ans Meer bei Cuxhaven. Wir wollen ihnen
die Möglichkeit geben, das Meer (neu) zu erleben: nicht als Ort
der Flucht, sondern als Ort für Gemeinschaft, Spiel und schöne
Momente.
Wir geben dabei nichts vor. Die Kinder bestimmen selbst, wie nah
sie ans Wasser gehen möchten. Manche rennen sofort Richtung
Wellen, andere sammeln lieber Muscheln oder bauen eine Sandburg.
Alles ist okay. Begleitet werden sie von drei unserer
hochqualifizierten Pädagog:innen. Sie sind Traumapädagog:innen
oder befinden sich in zusätzlicher Therapeutenausbildung und
können die Kinder optimal begleiten und auffangen.
Das erwartet die Kinder:
- Zeit am Strand: Sand, Wellen, Wind und Muscheln
- Spiel-, Bewegungs- und Kreativangebote in der Gruppe
- gemeinsames Kochen und Essen
- Ausflüge und Naturerlebnisse
- Raum für Freundschaften, Vertrauen und Zugehörigkeit
- feste Bezugspersonen, die Sicherheit geben
Für viele Kinder ist es die erste Reise, für einige die erste
schöne, die nichts mit Flucht zu tun hat. Sie dürfen einfach Kind
sein: lachen, toben, staunen und Teil einer Gemeinschaft werden.
Diese schönen Erinnerungen wollen wir gemeinsam mit euch
ermöglichen.