Das herrliche Chorherrenstift St. Zeno wurde nun mehrer Jahre
renoviert und abgesehen vom geschäftigen Lärm war die Kirche in
Stille gehüllt. Seit Weihnachten 2025 wird dieser einzigartige
Raum nun wieder von Menschen, Gebeten und der Orgel gefüllt.
Im Rahmen des 525-jährigen Jubliäums des historischen
Klosterhofs soll nun in diesem Kirchenraum wieder Musik aus
'unserer' Region zum Klingen gebracht werden:
Andreas Hofer (1628 - 1684) wird einen Psalm aus seiner
Sammlung 'psalmi e motetti' aus dem Jahr 1657 beisteuern.
Er kam in Reichenhall zur Welt und war später Kapellmeister der
Salzburger Hofkapelle, der direkte Amtsvorgänger von H.I. F. von
Biber, der ein exzellenter Geigenvirtuose war und unter Hofer in
der Hofkapelle 1. Violinist war.
Joseph Johann Benedikt Münster (1694 - 1767) war Organisat
und Chorregent in St. Zeno und wurde später zum Notar bestellt.
Aus seiner Sammlung 'Epithalamium mysticum: das ist der
andaechtigen Seel oder in Gott verliebten Braut' wird eine
Arie erklingen.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) hat 1782 die Missa in
c-moll (KV 427) komponiert. Diese stellt - obwohl unvollendet
geblieben - eine der großen europäischen Messvertonoungen dar;
sie ist ein Monumentalwerk, das den Rahmen der bisherigen
Messkompositionen Mozarts sprengte.
Es musizieren das Vokalensemble 'designing voices'.
Dieses hatte 2025 im Österreichischen Pavillon bei der EXPO 2025
in Osaka seine Premiere. Das Ensemble wurde auf Initaitive von
Elisabeth Gutjahr, mittlerweile emeritierte Rektorin des
Mozarteums, als Chor der europäischen Musikhochschulen gegründet.
Die Ursprungsidee ist das Phänomen der ‚Stimme‘ als solche:
nicht nur ihre einzelnen Lautäußerungen, sondern die Stimme als
grundsätzliche Ausdrucks- und Verständigungsmöglichkeit im
speziellen der jüngeren Generation, wenn es um die Zukunft unserer
Welt geht. Hinter dieser im Kern pluralistischen Idee steckt der
Wunsch, Kommunikation und Verständigung zwischen den
Herkunftsländern der Chormitglieder zu verbessern. Das führte
dazu, dass Sänger*innen der meisten Länder Europas zusammen
singen.
Zudem erklingt das Alpenbaroque-Orchester auf historischen
Instrumenten. Dieses wurde 2025 gegründet. Dieses schließt an die
Aktivitäten der Capella dell'halla (ca. 1500 - 1700)
musikgeschichtlich nahtlos an, um den vielfältigen Projekten einen
qualitätsvollen Klangkörper zur Verfügung zu stellen.